Marquis: Elektrotechnik für Kraftwerk Kehl

Neuanlage mit 8200 MW Jahresproduktion

HERBRECHTINGEN – Die gesamte elektrotechnische Ausrüstung des vor wenigen Tagen in Betrieb genommenen Wasserkraftwerks bei Kehl am Rhein stammt von dem in Herbrechtingen ansässigen Unternehmen Marquis. Der Spezialist für Steuerungs- und Automatisierungstechnik betreut aktuell zehn Wasserkraftwerkprojekte allein in Deutschland. Sein zweites Standbein, Anlagen zur Vakuumbeschichtung, baut Marquis derzeit stark aus. Die jüngste Anlage ging nach Warstein zu Infineon.

50 kW bis 50 MW leisten die Wasserkraftwerke, die derzeit in Deutschland am Netz sind oder in kurzer Zeit ans Netz gehen. „Es gibt in Deutschland nur drei Neubauprojekte, eines davon war das Kehler Wasserkraftwerk. Bei allen anderen Wasserkraftwerksprojekten werden die Bestandsanlagen modernisiert und leistungsfähiger gemacht“, sagt Peter Marquis, Firmeninhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens. Er lieferte mit seiner Mannschaft den Turbinenregler, die Maschinenautomatik, eine 20 kV Schaltanlage, die Rechenreinigungssteuerung sowie die Einbruch- und Brandmeldeanlage für das Kehler Wasserkraftwerk.

Nach Angaben der Betreiber EnBW und Rheinkraftwerk Iffezheim wird in Kehl mit der neuen Anlage dank einer vertikalen Kaplanturbine 1,2 MW CO2-freier Strom erzeugt, mit dem über 5000 Menschen versorgt werden. Die Jahresproduktion des Wasserkraftwerks beziffern die Betreiber auf 8200 MW. „Die französische EDF (Electricité de France) hat sich an dem Projekt an der Staustufe am Kulturwehr Kehl ebenfalls beteiligt“, weiß Peter Marquis, der bereits für über 300 Wasserkraftwerke die elektrotechnische Ausrüstung geliefert hat. Darunter waren auch Projekte in Georgien und Armenien.

Ebenso wird Marquis ein weiteres Standbein, den Bereich Vakuum- und Beschichtungsanlagen, weiter entwickeln. Zusammen mit dem Unternehmensberater Paul A. Arndt (ebenfalls aus Herbrechtingen) möchte das Unternehmen seine Vertriebsaktivitäten auf diesem Marktsegment massiv ausbauen. Ralf Steigmajer und Horst Eberhardt, beide Mitglieder der Marquis-Geschäftsleitung, sehen sich von Paul A. Arndt bestätigt: „Wir haben gemeinsam diesen Markt als Wachstumsmarkt identifiziert und uns entsprechend aufgestellt.“

Vakuum- und Beschichtungsanlagen werden in der Halbleiter- und optischen Industrie benötigt. In diesen hoch technisierten Spezialanlagen werden beispielsweise Optiken oder Halbleiter beschichtet. Entsprechend hat sich Marquis in der Region und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. „Erst vor kurzem haben wir eine Anlage aus einer ganzen Serie nach Warstein zu Infineon geliefert“, so Ralf Steigmajer.

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