Der Neubau des Bahnhofs in Bitterfeld-Wolfen zählt zu den ersten Projekten, die im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) realisiert wurde. Gleichzeitig gilt das Gebäude als einer der nachhaltigsten Bahnhöfe Deutschlands. Unter anderem werden durch den Einsatz von Ornilux design lines aus dem Hause arcon neue Standards im Bereich energieeffizienter und vogelfreundlicher Glasfassaden gesetzt, was die Nachhaltigkeitsbewertung des Gebäu-des untermauert.
Zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung – darunter die Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent bis 2030 und Klimaneutralität bis 2045 – wurde mit dem Investitionsgesetz Kohleregionen ein zentrales Förderinstrument etabliert. Seit 2020 stellt der Bund rund 41 Milliarden Euro für den Strukturwandel in ehemaligen Braunkohleregionen bereit.
Ein aktuelles Praxisbeispiel ist der Neubau des Bahnhofs Bitterfeld, der im Sommer 2025 nach rund zweijähriger Bauzeit in Betrieb ging. Als regionaler Verkehrsknotenpunkt verbindet das Gebäude funktionale Infrastruktur mit einem konsequent nachhaltigen Gesamtkonzept.
Integration von Energie- und Artenschutzaspekten
„Das neue Bahnhofsgebäude hat eine Photovoltaikanlage, ein begrüntes Dach, helle Glasfronten und wird mit klimafreundlicher Fernwärme beheizt“ erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Weitere Nachhaltigkeitselemente sind eine Fassade aus recyceltem Aluminium sowie eine Wärmeschutzbeschichtung der Glasfassade. Das Besondere: Das verwendete Isolierglas wurde mit einer speziellen Vogelschutz-Eigenschaft ausgestattet. Die Lösung namens Ornilux design lines von arcon Flach- und Sicherheitsglas, einem Unternehmen der Arnold Glas Gruppe, integriert damit gezielte Maßnahmen zum Schutz von Vögeln in die Gebäudeplanung.
„Wir beschäftigen uns seit mehr als 20 Jahren intensiv mit der Entwicklung wirksamer Beschichtungen zur Reduzierung von Vogelschlag an Glasfassaden“, erklärt Ralf Greiner, Manager Architectural Glass bei arcon. Mittlerweile kann das Unternehmen auf ein breites Repertoire an Glaslösungen mit dem Zusatz Vogelschutz zurückgreifen. „Wir haben für das menschliche Auge nahezu unsichtbare Beschichtungen sowie Markierungen, die deutlich zu erkennen sind.“
Während entsprechende Lösungen bislang vor allem in Nordamerika stark nachgefragt werden, gewinnt das Thema auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Bauherren und Planer stehen verstärkt in der Verantwortung, Risiken für Vögel durch transparente Gebäudehüllen zu minimieren.
Ästhetik trifft Funktionalität
Mit den Varianten Ornilux design lines und Ornilux design dots stehen zwei Beschichtungslösungen zur Verfügung, die gestalterische Ansprüche mit funktionalem Vogelschutz verbinden. Die reflektierenden, für Vögel deutlich wahrnehmbaren Markierungen fügen sich harmonisch in das architektonische Konzept ein.
Am Bahnhof Bitterfeld kommt Ornilux design lines in Kombination mit spektral hochselektivem Sonnenschutzglas vom Typ arcon sunbelt A51 zum Einsatz und überzeugt neben seiner Schutzfunktion auch durch seine bauphysikalischen Eigenschaften: Eine Lichttransmission von 43 Prozent gewährleistet eine ausgewogene natürliche Belichtung und schafft helle, zugleich blendfreie Innenräume. Der Ug-Wert von 0,6 W/(m²K) steht für eine sehr gute Wärmedämmleistung und unterstützt die Energieeffizienz des Gebäudes. Gleichzeitig reduziert ein g-Wert von 23 Prozent den solaren Wärmeeintrag deutlich und trägt so zu einem angenehmen Raumklima auch an warmen Tagen bei. Mit der Umsetzung in Bitterfeld-Wolfen zeigt arcon den praktischen Einsatz serienreifer Vogelschutzverglasungen im Bauwesen. Die Lösung ist insbesondere für Gebäude mit großflächigen Verglasungen relevant, etwa Verwaltungsgebäude, öffentliche Bauten und Projekte im urbanen Raum, bei denen Glasflächen mit integriertem Vogelschutz geplant werden.