Mit der Kindertagesstätte „ Kita Unterm Regenbogen“ in den Dingolfinger Isarauen setzt die Stadt ein gestalterisches Ausrufezeichen: Unter Trägerschaft der Diakonie Landshut entstand ein Bauwerk, das expressive Architektur mit nachhaltiger Materialwahl verbindet. Zum Einsatz kamen regionales Holz aus dem Stadtwald sowie funktionales Spezialglas der Firma Glas Natter – einem Unternehmen der Isolar Gruppe. Das Ergebnis: ein zeitgemäßer Bildungsbau, der bei allen Beteiligten auf breite Zustimmung trifft.
Die Grundpfeiler der Reggio-Pädagogik, benannt nach der norditalienischen Stadt Reggio Emilia, basieren auf der Überzeugung, dass Kinder Raum für Selbstverwirklichung und individuelle Entfaltung benötigen. Sie lernen vor allem durch Projekte und entdecken die Welt, geleitet von ihren eigenen Bedürfnissen. Dabei werden Kinder als aktive Konstrukteure ihrer Entwicklung, ihres Wissens und Könnens verstanden – als wissbegierige Forscherinnen und Forscher. „Bereits in der Planungsphase des Kita-Neubaus, der nach den Prinzipien der Reggio-Pädagogik gestaltet wurde, arbeiteten wir eng mit der Stadt Dingolfing und der Diakonie Landshut als Betreiber zusammen“, berichtet Joachim Wagner, Inhaber und Geschäftsführer von Wagner Architekten. „Diese enge Kooperation ermöglichte es uns, das pädagogische Konzept von Beginn an fest im architektonischen Entwurf zu verankern.“
Um diese Erziehungsphilosophie architektonisch darzustellen, entwarf das Büro unter anderem themenbezogene Räume, die die Gruppenräume ergänzen: „In der Kita Unterm Regenbogen befindet sich beispielsweise ein für alle zugängliches Atelier“, erklärt Wagner.
Weißtannen, Lärchen und Gläser aus der Region
„Neben der innovativen und bedürfnisorientierten Raumaufteilung ist es der Grundriss des Neubaus, der die Kita zu einem besonderen Ort macht“. Das L-förmig angelegte Gebäude fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung der Isarauen ein und öffnet den Blick Richtung Dingolfing sowie auf die markanten Stadttürme. Das geschwungene, begrünte Dach nehme die Formen der umliegenden Landschaft ebenfalls auf und wirke so wie eine natürliche Erweiterung der Isarauen. „Die Nahtstelle des L bildet den Eingang zum Neubau – so ergibt sich von allen Seiten ein weiter Ausblick über die idyllische Landschaft, wo zuvor alte, jedoch brüchige Weiden standen“. Dem Büro sowie der Stadt sei wichtig gewesen, dass regionale Lieferanten und Baustoffe zum Einsatz kommen: „Die Außenwände sowie Holzträgerkonstruktion sind aus Lärchenholz, die Innenwände sind aus unbehandelter Weißtanne. Diese beiden Hölzer sind aus dem Dingolfinger Stadtwald“, erklärt Matthias Ferwagner, Projektleiter bei Wagner Architekten: „Holz und Glas sind die prägenden Gestaltungselemente. Beide Materialein wirken hell, zurückhaltend und gleichzeitig hochwertig. Während das Holz eine warme, natürliche Struktur einbringt, sorgt das Glas für Leichtigkeit und Transparenz.“
Sonnenschutz und Sicherheit in Sonderformaten
Bei der Auswahl der Glasprodukte kam es vor allem auf Energieeffizienz und Sicherheit an. Die Firma Glas Natter, Teil der europaweit vernetzten Isolar Gemeinschaft unabhängiger Isolierglashersteller, bringt langjährige Expertise im Bereich funktionaler Verglasungslösungen ein. Die Zugehörigkeit zu diesem Verbund steht für Innovationskraft, praxisnahe Produktentwicklung sowie ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und Effizienz im Bauwesen. Für den Kita-Neubau fertigte und lieferte Glas Natter rund 350 Quadratmeter Sonnenschutzverglasung vom Typ Solarlux. Laut Geschäftsführerin Barbara Bosse wurde insbesondere auf beidseitige Sicherheitsverglasungen geachtet, um höchsten Schutzanforderungen gerecht zu werden: „Die eingesetzten Gläser erfüllen diese Anforderung und erreichen zudem einen niedrigen Ug-Wert von lediglich 0,6 W/m²K, was für eine exzellente Wärmedämmung sorgt und somit den Energiebedarf des Gebäudes deutlich reduziert“.
Ein zentraler Kennwert der eingesetzten Sonnenschutzgläser ist der Gesamtenergiedurchlassgrad von nur 22 Prozent. „Das bedeutet, dass lediglich ein Fünftel der Sonnenenergie als Wärme in den Innenraum gelangt – ein entscheidender Vorteil zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung“, so Barbara Bosse. Die Produktion der Gläser stellte zudem hohe Anforderungen: Viele Scheiben wurden nach individuellen Schablonen in Sonderformaten gefertigt, um sich exakt in die organische Gebäudeform einzufügen.
Die hochfunktionalen Sonnenschutzverglasungen tragen wesentlich zur Energieeffizienz des Gebäudes bei: Sie minimieren den Wärmeeintrag im Sommer und sorgen gleichzeitig für eine helle, natürliche Innenraumatmosphäre – ein Schlüsselelement des nachhaltigen Gesamtkonzepts. Dass innerhalb von Isolar über 30 Varianten solcher Verglasungslösungen verfügbar sind, zeigt die technische Vielfalt und gestalterische Flexibilität für Lizenznehmer der Gruppe. Matthias Ferwagner verweist ergänzend auf das Zusammenspiel von intelligenter Verglasung, hochwertiger Dämmung, kompakter Bauweise und moderner Wärmepumpe: So nähere sich die Kita dem Passivhausstandard. Auch außen wurde nachhaltig gedacht: Der Parkplatz ist teilbeschattet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. „Das Dach spendet nicht nur Schatten, sondern erzeugt viermal mehr Energie, als die Kita selbst verbraucht“.